Erste Woche: Alles neu - Organisation der Freiarbeitsmaterialien

Soooo, die erste Schulwoche ist geschafft!
Eine neue Schule, neue Kollegen, neue Schüler, ein neues System und vieeeele Informationen haben meinem Kopf gefüllt, aber so ist es halt am Anfang. Alle(s) macht einen positiven Eindruck.
Das Klassenzimmer konnte ich drei Tage vor Schulbeginn endlich (grob) einrichten. Soweit bin ich zufrieden und alles hat seinen Platz gefunden.
Für einen festen Sitzkreis ist allerdings nicht genug Platz, daher hat jedes Kind nun ein Sitzkissen mitgebracht, das sowohl die Grundlage der Leseecke und dann auch die Unterlage im Sitzkreis ist. Der Austeildienst holt die Kissen aus der Leseecke und verteilt sie im Kreis. Erst wenn alle Kissen liegen, dürfen die anderen Kinder auf ihr Kissen schleichen.
Die Freiarbeitsmaterialien (sind andere als die "Wachmacher Aufgaben") liegen nach Deutsch und Mathe getrennt im Klassenzimmer aus. Die Fülle der Materialien ist nicht besonders groß, da die Schüler erst lernen müssen, damit umzugehen. Stück für Stück werde ich Material hinzufügen / tauschen.
Die Lesekarteien und Abschreibkarteien habe ich in Säckchen mit Reißverschluss verstaut. Kistchen nehmen mir zu viel Platz weg, die Karteien mit einem Gummiband festzuhalten hat letztes Jahr nicht wirklich gut geklappt (es ging ständig verloren). Jetzt nehmen sie sich eine Tasche, bearbeiten die Karten und stellen diese dann zurück. Die Farbe hilft, um es im Wochenplan zu notieren.
Alle anderen Materialien sind auch in Schachteln oder Körbchen, so dass sie komplett mitgenommen und zurückgebracht werden können. So geht meiner Erfahrung nach am wenigsten verloren.
Den Kleinkram hab ich so aufbewahrt / angebracht: Ich kann schnell drauf zugreifen und es verschönert das Tischbein. 🤣
Jetzt gehts nach München ins Schulbuchzentrum, da ich noch ein  Mathearbeitsheft brauche, in dem die Schüler selbstständig arbeiten können, am Besten mit Selbstkontrolle. Also das Pendant zu "lies -mal" oder den Indianerheften. Über Vorschläge bin ich dankbar! 😀

HIER gibt es die Taschen.
Liebe Grüße
Zena
🙃

Bewegungsspiel zum Kennenlernen mit dem Taschen - Würfel

Stück für Stück wird die Liste abgearbeitet und es macht Spaß, sich endlich gezielter vorbereiten zu können.

 Für eines der Kennenlernspiele werden in die Taschen des Würfels diese Karten gesteckt.
Wir stehen im Kreis und werfen uns den Würfel zu. Die Seite, die beim Fangen oben landet, soll beantwortet werden.
Neben den Lieblings- Sachen interessiert mich auch, was die Schüler von sich selbst denken. Was sie sich wünschen und denken, was sie gut können. So äußert sich jeder mal und schüchternen Schülern wird mit der Fragestellung geholfen. Andere Schüler müssen sich gedulden. Immer wieder interessant...
Ich habe die Karten in zwei Varianten "Welches..." und "Was..." online gestellt.

Hier könnt ihr sie runterladen.
P.S: Die gelbe Schrift ist auf dem Würfel besser sichtbar.

Nun sind ja immerhin noch Ferien, also gehts jetzt ins Kino. ✌️
Grüße
Zena
🙃

Mobiler, flexibler Kalender

Mein Kalender für das kommende Schuljahr: 😋

Weil ich den Platz an der Tafel gerne frei habe, befindet sich der Kalender auf einem magnetischen Board (vom Ikea. Kann ad die Wand geschraubt werden). Wenn es so tolles Material gibt warum dann selbst machen?
Daher DANKE an Kerstinskrabbelwiese für den Kalender und Ideenreise für den Wetterbericht.
Vorgehen: Drucken, laminieren, mit einem normalen Locher lochen. Mit Binderingen (eher größer, damit sie gut umblättern können) sind die einzelnen Themen zusammengehalten, nichts geht verloren und die Reihenfolge steht fest. Die Binderinge werden an kleine magnetische Häkchen gehängt.
Falls das Board mal anders verwendet werden muss, kann alles schnell und rückstandslos abgenommen werden.
Die Häkchen tragen bis zu 5,5kg! daher werde ich sie auch gerne an der Tafel einsetzen. Angehängt werden dann die zu bearbeitet Karteien, Säckchen, eine Leine spannen und Vokabeln anheften...es gibt so viele Möglichkeiten. 😀

Binderinge gibts hier.
Häkchen gibts hier.

Liebe Grüße
Zena
🙃

Materialflut und #Mehrrealität

Je nach Bereitschaft, Ansicht und Intention lässt sich der Schulalltag vorbereiten.
Einigen macht es Spaß alles einzurichten, herzustellen, auszustatten. Andere werden davon inspiriert, neue Ideen entstehen, das Engagement daran weiterzuarbeiten, ist geweckt.
Gleichzeitig fühlen sich andere, die diese Bereitschaft nicht so extrem spüren (UND AUCH GAR NICHT SOLLEN) überfordert, haben ein schlechtes Gewissen, fühlen sich unvorbereitet, unkreativ, hinterherhinkend. Ich bin mir sicher, dass kein Blogger / Instagramer diese Gefühle erwecken möchte.
Natürlich zeige ich gerne, was mir selbst gefällt, wenn ich stolz auf mein Erstelltes bin, rücke ich es ins rechte Licht. Dennoch bin ich auch in der Realität und weiß, wie es im Arbeitszimmer aussieht (Chaos), Unterrichtsstunden einfach "normal" ablaufen. Kurze Einführung (verbal), Hefte raus, Tafelanschrieb abschreiben und ein kurzes Spiel zum Schluss. Wie nervig Eltern, anstrengend Schüler sein können.
Mein Arbeitszimmer - Aktuelle Ansicht, ohne Filter, voller Chaos!
Materialien, die hier gezeigt werden, sind immer nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Alltags. Der auch wie Alltag aussieht. Also, dass mein ganzer Schultag immer perfekt vorbereitet ist, mein Zimmer perfekt ordentlich ist, ist eine Illusion. Gebt euch dieser nicht hin!

Die Fülle an Materialien, Informationen, Tipps, Ideen (zu denen ich beitrage) sollten immer mit etwas Abstand gesichtet werden.
Ich gehe so vor, um der Flut Herr zu werden:
Was suche ich konkret?
Was BRAUCHE ich?
Wo / Wann setze ich das ein?
Macht das (für mich) Sinn?

Wenn das Material / Info / Tipp keine der Fragen beantwortet, dann einfach weiterscrollen (oder kurz abspeichern) und sich dann nicht mehr damit beschäftigen.
Natürlich gibt es vieeeeele Geburtstagskalender.... Wenn du schon einen hast, dann ist gut! Abhaken und nächstes Jahr evtl. neu suchen.
Du hast dich für ein Belohnungssytem entschieden? Gut! Lass es so. Bewährt es sich nicht, dann suche gezielt nach Ideen.
Mir hilft konkretes Suchen. Durch das Beantworten der Fragen, stelle ich schnell fest, ob ich es brauche oder nicht. Das spart Zeit, überflutet mich nicht mit Alternativen (man könnte immer auch...).
Vielleicht hilft es euch etwas. 😀

Konkret sieht es für das kommende Schuljahr so aus:
Klassenzimmereinrichtung: 
Wie ich mein neues (und wahrscheinlich sehr leeres) Klassenzimmer einrichten werde?
Wie ein Klassenzimmer, in diesem sich die Schüler wohl fühlen und lernen / arbeiten können. Definitiv wird es aber kein Kinder- oder Wohnzimmer.
Tische, Stühle, eine Leseecke mit 2 Sitzsäcken (max. zwei Schüler pro Sitzsack), Ablagen, Fächer und Platz für einen Stuhlkreis.
Ich werde die Wände für die einzelnen Fächer markieren, "Herzlich willkommen" an die Tafel schreiben und dort die Namensschilder für den Sitzplatz anheften, den Geburtstagskalender aufhängen. Das wars.
Alles Weitere werde ich MIT den Schülern erstellen, aufhängen, anfertigen. Es ist auch ihr Raum, sie sollen sich wohlfühlen von daher möchte ich, dass sie auch mitarbeiten, ausschneiden, etwas produzieren. Es wird dann nicht alles PERFEKT ausgeschnitten, geklebt, angebracht sein aber es ist IHRE Arbeit und auch ihr Klassenzimmer. Sie fühlen sich hoffentlich mit ihrer Arbeit und dem Raum verbunden und achten darauf.
Nebenbei ist es eine gute Gelegenheit sich kennenzulernen, Fähigkeiten und Fertigkeiten herauszufinden und jeder kann sich einbringen.

Was stünde sonst noch an?
Belohnugssystem: 
Habe ich keines. Ich werde ohne Belohnungssystem starten. Traumvorstellung: Die Schüler arbeiten / lernen, weil sie es spannend finden und Spaß haben.
Da es eine Traumvorstellung ist, hier die reale Variante, die ich ausprobieren werde:
Die braven, lieben, meist ruhigen Schüler arbeiten meistens so, dass sie immer einen Stempel, Sticker, Smiley usw. erhalten. Bestimmt freuen sie sich darüber, da sie aber vom Charakter her so sind, erhalten sie sie automatisch.
Schüler, die Schwierigkeiten haben, brauchen individuelle Absprachen, die genau auf SIE zutreffen. Mit diesen Schülern werde ich kleinschrittig arbeiten. Für diese ist es sehr herausfordernd, sich an die "geltenden Normen" zu halten. Nachhaltigere "Erfolge" erreichen sie, wenn das Ziel auf sie abgestimmt ist, das motiviert.
Von dem her, versuche ich es mit individuellen Absprachen und Reflexionen.

Ausleihsystem: 
Darüber habe ich hier berichtet.

Geburtstagskalender: 
Diesen hier verwende ich. Einmal erstellt, platzsparend und schnell zu bearbeiten.

Kalender:
Ich habe einen und werde nach dem ersten Treffen relevante Termine eintragen. Bis dahin bleibt er leer.
Die Klassenliste trage ich in, wenn ich eine verbindliche Liste aus dem Büro erhalten habe.

Hausaufgaben: 
Auch hier warte ich erstmal ab. Die Gründe, warum Hausaufgaben "vergessen" werden, sind so vielfältig, dass man entweder alles oder nicht gelten lässt. Geplant ist wöchentliche Hausaufgaben aufzugeben. Die Familien können sich das Pensum einteilen und an Freizeitaktivitäten kann stressfreier teilgenommen werden. Das sollte das "vergessen haben" reduzieren. Falls es doch einige nicht schaffen, wird ein kurzes Gespräch geführt, eine Abmachung festgehalten und dann sehen wir weiter.

Vorviertelstunde / "Freiarbeit" (nicht die nach Montessori):
All das Material, das ich bereits habe (erstellt, gesammelt, gekauft) muss ausreichen. Falls etwas für einen konkreten Inhalt fehlt, werde ich dies gezielt anfertigen. Alles "das kann ich bestimmt irgendwann gebrauchten" wird nicht mehr hergestellt. Nimmt nur Platz, Zeit und Ressourcen weg.

Klassenbücherei: 
Bücher, die schon da sind, können die Kinder nutzen und in der Lesezeit, Vorviertelstunde lesen. Ich werde eigene Bücher nur dann mitbringen, wenn sie zum aktuellen Thema im Sachunterricht / Deutsch passen. Damit trotzdem ein paar Bücher im Regal stehen, frage ich die Eltern, ob jedes Kind ein (gerne auch mehrere) Buch, das es nicht mehr liest, in die Klassenbücherei stellen kann.
So entsteht automatisch eine Vielfalt und verschiedene Niveaus sind abgedeckt.

Pause: 
Auch hier habe ich bereits ein paar Spiele, diese stelle ich zur Verfügung. Gerne dürfen die Kinder (in Absprache mit ihren Eltern) Spiele für die "Regenpause" mitbringen. Name drauf aber mit dem Wissen, dass es sein kann, dass etwas verloren geht.

Klassendienste:
Die werde ich gezielt einführen. Auf einer Übersicht darstellen und die Kinder per Zufall auslosen. Dessen Klammer gezogen wurde, der darf sich einen Dienst aussuchen. Man darf erst einen Dienst doppelt machen, wenn man alle einmal durch hat. Dieses Ritual (immer nach den Ferien) hat der letzten Klasse sehr gefallen.

Sitzordnung: 
Da ich die Schüler nicht kenne, dürfen sie sich selbst Plätze aussuchen. Danach wird nach jeden Ferien gewechselt. Eine Periode geht immer von den Ferien bis zu den nächsten. Dieses Jahr möchte ich dann die Plätze immer neu auslosen. Mal sehen, wie das läuft.

Das war ein langer Beitrag aber vielleicht mal nötig.
Macht das, was ihr möchtet / entscheidet / auswählt voller Begeisterung!
Zeit MIT den Kindern ist mehr wert, als Zeit FÜR die Kinder aufzuwenden.

Viele Grüße
Zena
🙃
P.S. Das ist mein Arbeitszimmer, original, ohne Filter. Vier Schuljahre 1.-4. Klasse liegen dort...VIELLEICHT werde ich, wenn ich Muße habe, Stück für Stück aufräumen.

Ausleihstation STOP!

Mich nervt es, wenn Schüler ihr Material nicht dabei haben und / oder es nicht funktionsfähig ist!
Was kann getan werden?
Es den Schüler immer wieder sagen? Hilft, wie wir wissen, auch nicht viel.
Es den Eltern mitteilen? Dies ist zeitaufwendig und meiner Meinung nach DEREN Aufgaben, dafür zu sorgen, dass ihr Kind alles dabei hat. Auch hier ist die Realität, dass es (einige) Eltern nicht interessiert / stört oder sie es einfach nicht auf die Reihe kriegen...
Also bleibt es an mir "hängen" dafür zu sorgen, dass ich nicht dauernd höre: "Ich habe keinen...." "Mein...ist leer." "Mein... ist weg." usw. ihr kennt das.
Eine Ausleihstation klingt nach einer guten Lösung. Da diese im Klassenzimmer steht, soll sie möglichst schön anzuschauen sein. So weit, so gut.

MEINER Erfahrung nach, schleicht es sich dann mit der Zeit so ein, dass die Schüler davon ausgehen, dass die Materialien ja "da" sind. Warum also selbst noch daran denken und daheim Bescheid sagen??
Damit dies nicht passiert, werde ich zu Beginn keine Ausleihkiste anbieten. Zum Schuljahresbeginn haben ja viele noch ein "neues" Mäppchen und die benötigten Materialien.

Wenn es dann soweit ist, führe ich (keine besondere) Ausleihstation ein.
Es sollen natürlich immer alle mitarbeiten können, daher werde ich pro benötigtem Material fünf anbieten (markiert).
Damit es nicht nur ein "nehmen und dann verschwindet es halt" wird, sollen sich die Schüler in die Liste eintragen. Die Symbole kennen nach der Einführung auch die Erstklässler.
Die Liste ist laminiert und wenn sie es zurückbringen, hake ich es ab. Am Ende des Tages wird die Liste abgewischt und ist direkt neu einsetzbar.
Name auf die Liste und somit ist das Kind dann verantwortlich!
Auf dem Elternabend werde ich sagen, dass es mir wichtig ist, dass die Kinder alles haben!
Es sind meine Sachen, die sie sich dann ausleihen und diese möchte ICH zurück.
Welcher Vater möchte seine dem Nachbarn geliehene Heckenschere nicht zurück?
Welche Mutter verzichtet ohne Weiteres auf ihre verliehene Kuchenform?
Ebenso möchte ich meine Sachen zurück. 🤓
Keiner soll sich schämen oder schlecht fühlen, sie zu nutzen. Aber, dass sie nicht einfach so zur freien Verfügung steht, sollte klar sein.
Also möchte ich die Kinder Stück für Stück dahin führen, dass sie auf ihre eigenen Sachen achten und Geliehenes schätzen.

Aufgrund der Nachfragen, hier die Liste.

In diesem Sinne,
viele Grüße
Zena
🙃

P.S. Ich fertige jetzt all die Sachen an, die ich ohne Kenntnis der Schule und Klassenstufe machen kann.  Wenn das erledigt ist, habe ich Freizeit bis ich mehr weiß, diese werde ich noch genießen.
In den esten SemptemberwocheN wird es genauere Infos geben (am 11.9 beginnt bereits die Schule).
Dann wird alles auf einmal kommen, aber hey, es lassen sich viele Dinge im laufenden Galopp planen und dann passt es auch genauer zur Klasse. 😀
Also für euch alle: Eins nach dem Anderen und nicht alles muss am ersten Tag perfekt hängen/ aussehen / parat sein. Vieles entwickelt sich im Laufe der Zeit und so soll es auch sein.